Die Danziger Werft

Die Danziger Werft, ein gewöhnlicher Industriebetrieb, in dem eine aussergewöhnliche Idee entstand- die Solidarität. Ein Ort , der in Polen und auf der ganzen Welt mit der Geburt der Freiheit und dem Beginn des Zerfalls des Kommunismus assoziiert wird. Hafenkräne, das Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter im Jahr 1970, das historische Tor Nr.2 und die Mauer, über die Lech Walesa sprang- das sind heute Kultstätten, die man besichtigen muss, wenn man in Danzig ist. Gleichzeitig sind das Orte, die in Kürze von der Karte Danzigs verschwinden können und einem neuen Stadtteil mit Büro- und Wohnkomplexen der sog. Jungen Stadt weichen werden. Momentan ist das Gelände bei reduzierter Produktion und Renovierung von Schiffen ein Ort der Events von Künstlern (ganzjährige Ausstellung „Wege zur Freiheit“) und Konzerten (z. Bsp. vor 3 Jahren anlässlich des Jahrestags der Solidarität „Räume der Freiheit“). In der Danziger Werft wurde der berühmte Braunkohlefrachter SS Soldek, der heute gegenüber vom Krantor an der Mottlau steht, gebaut. In ihrer Nachkriegsgeschichte haben die Werftarbeiter der Danziger Werft über 1000 Hochseeschiffe verschiedenen Typs und zahlreiche Segelschiffe, darunter die bekannte „Pogoria“ und „Dar Mlodziezy“ gebaut.

Die historischen Wurzeln der Werft gehen auf die 70 er Jahre des XV Jhd. Zurück. Damals wurden aus Holzbalken Karavellen gebaut, mit diesen entdeckte Columbus die Welt („Pinta“ und „Nina“). Die Werftproduktion veränderte sich mit dem Fortschritt im Segelschiffbau- im XVIII/XIX Jhd. wurden Segel-und Dampfschiffe gebaut. 100 Jahre später wurden hier unter dem Schild der Königlichen Werft deutsche Korvetten und Kriegsschiffe sowie Passagierschiffe und während des II. Weltkriegs U-Boote konstruiert. Nach Wiederaufbau nach den immensen Kriegsverwüstungen wurden in der Danziger Werft , ausser Schiffen, auch Dampfmaschinen, LKW und sogar Zugmaschinen zusammengesetzt.

In Kürze soll auf dem Gelände der Danziger Werft die „Junge Stadt“ entstehen, ein neuer Stadtteil Danzigs. Das Hafengelände wird mit Büro- und Wohnhäusern bebaut werden. Hier wird auch das Europäische Solidaritätszentrum  ECS  seinen Standort haben - zur Erinnerung an den besonderen Ort und die Idee…

Im Alltag ist es schwer, den Werftbetrieb zu betreten. Offen zugänglich dagegen ist der Solidaritätsplatz (sog. Drei Kreuze) mit Skulpturen und einer Liste der gefallenen Werftarbeiter. Man kann auch die nahegelegene Ausstellung des ECS besuchen.

Ausstellung „Wege zur Freiheit“
Ul. Waly Piastowskie 24 (Weg zur Werft)
Danzig
Tel. 058 308 44 28

Öffnungszeiten
Die-So 10-17 Uhr

Eintrittspreise
Normal 6 Zl
Ermässigt 4 Zl
Familienticket 10 Zl (3 bis 5 Personen)
Sonntags Eintritt frei

"Hotel Gdansk ****. Ein Hotel, zwei Stile.
Spichlerz (XVIII Jhd.) + Yachting (XXI Jhd.)"SpeicherYachting